Cellulite gilt ja weithin als Schönheitsmakel, obwohl diese Dellen so gut wie bei jeder Frau vertreten sind. Mich persönlich stört „Orangenhaut“ – wie Cellulite oft genannt wird – genauso wenig wie Sommersprossen oder eine krumme Nase. Doch die Kosmetikindustrie möchte freilich Geld verdienen. Und so suggeriert man uns ein, dass es sich dabei um einen „Makel“ handelt, den man bekämpfen muss. Wenn dem so ist, dann lass ich mich doch gern vom Efeu in meinem Garten bei der Problembehandlung unterstützen. Und mach mir einfach eine DIY Efeu-Pflege. 😉

Woher kommt die Cellulite?

Ich hab ein bisschen im Netz recherchiert und bin zum Schluss gekommen, dass Cellulite Veranlagung ist 😬 und einfach das weibliche Bindegewebe anders als das der Männer ist. Da spielen die Struktur des Bindegewebes wie auch Östrogene eine Rolle und das kann frau ja schwer beeinflussen. Mittäter sind allerdings auch Übergewicht und eine bequeme Lebensweise. Wer also unter „Orangenhaut“ leidet, der kann durch gesunde Ernährung und viel Bewegung ein wenig dagegen einwirken. Aber man darf sich bitte keine Wunder erwarten.

Scheinbar konnte bislang die Wirksamkeit von Anti-Cellulite-Cremes auch in Studien nicht ausreichend bewiesen werden. Doch verbessern regelmäßige Massagen das Hautbild aufgrund besserer Durchblutung sehr wohl. Die Kosmetikhersteller vertrauen auf die Kraft des Efeus. Ebenso wie Kräuterpfarrer Benedikt (in seiner Kolumne Hing’schaut und g’sund g’lebt), der zur Stärkung und Straffung des Bindegewebes ebenfalls Efeu-Öl empfiehlt.

Grund genug für mich, meinen Badezimmerschrank mit einer DIY-Efeu-Pflege zu bereichern. Ich halte es gern sehr einfach. Denn nicht immer bedeuten „viele Inhaltsstoffe“ eine große Wirkung. Daher sind meine Rezepte eher minimalistisch, haben aber natürlich den Vorteil, dass man mit ganz wenig Grundzutaten auskommt und diese leicht zu bekommen sind.

ein paar Blättchen für die Schönheit
ein paar Blättchen für die Schönheit

Efeu-Pflege

Dafür braucht ihr nur große ältere Efeublätter (je nach Größe 10 bis 12 Stück) und etwa 200 ml Olivenöl. Wer den Geruch nicht mag, kann selbstverständlich Mandelöl oder ein anderes geruchsneutrales Öl dafür verwenden. In der Grünen Kosmetik verwendet man regionale Zutaten, es würde sich also z.B. auch Sonnenblumenöl anbieten.

Zubereitung Efeu-Öl:

  • Zuerst müsst ihr die Efeublätter waschen und vor allem gut trocken tupfen. Da die Blätter viele Jahre alt werden, lagert sich da natürlich auch Schmutz und Staub darauf ab und den wollen wir nicht in unserer Creme haben.
  • Der Efeu wird in Streifen bzw. kleine Stücke geschnitten und im Öl heiß ausgezogen. Achtet aber darauf, dass das Öl nicht kocht, sondern nur leicht vor sich hin simmert.
  • Nach einer guten halben Stunde das Öl von der Herdplatte nehmen und noch nachziehen lassen bis es kalt ist
  • Wenn das Öl abgekühlt ist, muss es gefiltert werden. Das funktioniert am besten mit einem Papier-Teefilter
  • Das Efeu-Öl ist nun schon zur Massage gebrauchsfertig und kann in Fläschchen abgefüllt werden, die man dunkel aufbewahrt.
  • Wenn ihr ein bisschen Duft dabei haben möchtet und die Wirkung noch ein wenig verstärken wollt, kann man durchaus noch 2 oder 3 Tropfen ätherisches Zitronenöl unterrühren. Auch hier halte ich es einfach, da ätherische Öle mit Bedacht eingesetzt werden müssen (könnten Hautirritation verursachen oder allergen wirken.)

Zubereitung Efeu-Pflege:

  • Wer lieber etwas Festeres möchte, der kann jetzt das Öl zur Salbe weiter verarbeiten.
  • Dazu das Öl abwiegen, 10 % dieses Gewichts gibt man dann in Form von Bienenwachs dazu. Beispiel: bei 100 g Öl kommen 10 g Wachs dazu.
  • Einfach Öl erwärmen, Bienenwachs dazu geben und sobald dieses geschmolzen ist, sofort in sterile Tiegel abfüllen.
  • Ich verwende für die Behälter Alkohol zum Sterilisieren – einfach ein paar Tropfen in das Döschen, Deckel drauf, schwenken und dann auf Küchenrolle abtropfen lassen.
  • Bevor man die Tiegel verschließt, muss die Salbe völlig kalt sein, da sich sonst Kondenswasser am Deckel bildet und das zu Schimmelbefall führen könnte.
  • Alsbald aufbrauchen, da ja keine Konservierungsstoffe enthalten sind

Achtung! Wenn eine Efeu-Kontaktallergie bekannt ist, dann besser auf diese Art von Creme verzichten!

Efeu im Auwald
Efeu im Auwald

Da Efeu uns ja ganzjährig zur Verfügung steht, rate ich bei meinen Workshops immer, nur kleine Mengen der Anticellulite-Pflege herzustellen. Das hat einerseits den Vorteil, dass ihr bei der Herstellung Routine erlangt und andererseits durch die kleinen Mengen das Verderben der Produkte ziemlich unwahrscheinlich ist.

Falls ihr übrigens mehr zum Efeu und dessen Anwendungsgebiete erfahren möchtet, dann könnte euch dieser Beitrag auch gefallen.


Quellnachweis:

  • „Die Kräuter in meinem Garten‘ – S.Hirsch & F. Grünberger / 19. Auflage, neu überarbeitet 2014 – Verlag Freya
  • Handbuch Heilpflanzen-Akademie – Dr. scient. med. Patricia S. Purker / 1. Auflage 2020
  • www.gesundmed.de/krankheiten/cellulite