Schon seit meiner Kindheit habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Veilchen. Sie erschienen mir immer kostbarer als all die anderen Frühjahrsblüher. Und wenn ich dann beim Durchstreifen der Au gelegentlich Veilchen fand, pflückte ich immer ein paar für meine Mama. Veilchenduft ist unbeschreiblich und ich bin fast süchtig danach. Nebenbei ist auch die Farbe eine meiner Lieblingsfarben. Wen wundert es also noch, dass ich mein kleines Kräuter-Business „Veilchenblau“ genannt hab.

Fasziniert haben mich als Kind auch die Geschichten rund um Kaiserin Sisi und dann hörte ich beim Schulausflug im Schloss Schönbrunn auch noch, dass die Kaiserin eine Vorliebe für kandierte Veilchen pflegte. Ich denke, das war so ziemlich das erste Mal, dass mir bewusst wurde, dass es essbare Blüten gibt. Allerdings war ich damals noch weit davon entfernt, mich mal als Kräuterfrau damit zu beschäftigen.

Eine Hand voll frischer dunkellila Veilchenblüten

Allerdings fand ich es lange Zeit äußerst irritierend, dass nicht jedes Veilchen duftete und auch der feine Geschmack oft durch Abwesenheit glänzte. Erst als ich mich intensiv mit Wildkräutern und essbaren Blüten auseinandersetzte, fiel der Groschen.

Es gibt nämlich unendlich viele Veilchenarten. Vom Hundsveilchen über das Waldveilchen, von hellem lila bis hin zu weiß. Die sind auch alle essbar, aber geschmacklich ohne Wow-Effekt. Wer aber auf der Suche nach dem lieblichen Duft und feinen Geschmack ist, der muss sich an die dunklen Sorten halten und da dann im speziellen an das Duftveilchen oder auch Märzveilchen genannt. Denn nur diese Art (Viola Odorata) duftet und schmeckt wie man es eben von einem Veilchen erwartet.

Mit dem Duftveilchen könnt ihr einige Leckereien herstellen. Neben Veilchenessig, Veilchensirup oder Veilcheneis eben auch kandierte Veilchen. Das ist zwar ein bisschen eine Patzerei, aber ich garantiere euch: Es lohnt sich und der Geschmack ist nicht ansatzweise vergleichbar mit dem Zeug, dass man manchmal im Handel findet.

Kandierte Veilchenblüten auf zartlila Teller mit kleinem Strauß Veilchenblüten

Ihr braucht dazu nur eine Hand voll Blüten des Duftveilchens, 1 Eiklar und feinen Kristallzucker sowie einen feinen Backpinsel. Dann kann es schon los gehen.

  • Zuerst schüttle ich die Blüten immer ein wenig aus, falls sich kleine Insekten darin befinden
  • Danach das Eiklar mit einem Schneebesen leicht aufschlagen. Es darf kein fester Schnee werden, sondern wirklich nur ein bisschen aufgeschlagen werden.
  • Nun die Blüte mit dem Ei bepinseln
  • Danach in Zucker tunken und überschüssigen Zucker ein bisschen abschütteln
  • Nun nur noch auf einen Teller legen und trocknen lassen
  • Falls die Blüten danach zu sehr am Teller ankleben, einfach mit einem Buttermesser drunter fahren und ablösen

WICHTIG: Veilchen sind in der Natur selten geworden. Daher am besten aus dem eigenen Garten oder bei Freunden und Verwandten ernten. Pflanzen aus dem Gartencenter sind eher nicht geeignet. Man weiß ja nie wegen Spritzmittel & Co.

TIPP: Ich mache immer nur eine kleine Menge. Denn erstens ist die Herstellung ja doch ein bisschen ein Zeitaufwand, zweitens sind die Veilchen im Garten einfach wunderschön und drittens lasse ich noch genug für die Ameisen stehen. Denn die naschen auch gern von Veilchen und tragen dazu bei, dass sich das zarte Blümchen weiter im Garten verbreiten kann.

Wenn du nun der Meinung bist, dass du gern mehr über Wildkräuter wissen möchtest, dann empfehle ich dir eine Kräuterwanderung in deiner Nähe mitzumachen. Falls du dich für den Raum Tulln/Niederösterreich/Wien interessierst, dann findest du hier meine aktuellen Termine.