Die Sonne scheint, der Frühling ist da und die Gänseblümchen füllen die Wiesen mit ihren hübschen kleinen weißen Blütenköpfchen. Jeder kennt sie. Und jeder liebt sie, oder?
Sie gehören zu den ersten Wildkräutern, die bereits jedes Kind erkennt. Doch was alles in dem kleinen Pflänzchen steckt, wissen die allerwenigsten. Und dass man es essen kann, erstaunt zu meinem Erstaunen noch immer viel zu viele Menschen. 😉 Drum findet ihr diesmal ein Rezept für Gänseblümchen-Smoothie. So leicht, dass ihn jedes Kind zuwege bringt …

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Fest steht, dass das zarte Gänseblümchen eigentlich ganz schön stark ist. Erst 2017 wurde es zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Da waren unsere Vorfahren uns um einiges voraus. Nicht nur was ihr Geburtsjahr betrifft, sondern auch im Wissen um die Verwendung des kleinen Tausendschön (wie es mancherorts genannt wird). Anwendungen wurden seit hunderten Jahren überliefert. Früher galt die herzige Wiesenblume nämlich fast als Allheilmittel.

Der Name Tausendschön gibt schon einen kleinen Hinweis darauf, dass das Gänseblümchen gern bei Hautproblemen eingesetzt wurde. So kennt die Volksmedizin Rezepturen für Gesichtswasser bei Akne und Hautunreinheiten. In der Baby- und Kinderpflege wurden Salben gegen Milchschorf und Windeldermatitis eingesetzt. Verantwortlich für die Regeneration der Haut sind die Gerbstoffe.

Die Pflanze ist aber nicht nur der Schönheit zuträglich, sondern hat auch einen gesundheitlichen Mehrwert. Sie wirkt anregend für den Stoffwechsel, leicht abführend und dank der Saponine auch schleimlösend, wenn hartnäckiger Husten quält. Außerdem versorgt uns das Gänseblümchen zusätzlich mit Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und sogar Vitamin C.

Einer der größten Vorteile dieser Heilpflanze ist mit Sicherheit, dass sie bereits von jedem Kind erkannt wird und eine Verwechslung so gut wie unmöglich ist. Das Gänseblümchen ist somit die beste Einsteiger-Pflanze für zukünftige Kräuterkundige.

eine Handvoll Gänseblümchen

Gänseblümchen kann man essen

Am einfachsten ist die „Kaninchen-Methode“: Einfach an einem sonnigen Tag die Blüten pflücken und direkt verspeisen. Unkomplizierter geht gesundes Essen ja wohl nicht, oder?

Ihr werdet überrascht sein, wie gut Gänseblümchen schmecken. Ihr könnt auch die kleinen ovalen Blätter als Zugabe im Salat verwenden. Die Blüten dann als essbare Deko darüber streuen. So freut sich auch das Auge.

Gänseblümchen-Blätter und Blüten wandern bei mir auch in den grünen Smoothie.

Gänseblümchen-Smoothie

Dazu nehm ich

  • einen kleinen Apfel
  • 1 Banane
  • 1 gute Handvoll Gänseblümchen-Blätter und Blüten
  • 4 bis 5 Blätter Zitronen-Melisse
  • 200 ml Wasser

Mein Smoothie-Mixer macht den Rest, ich brauch nur noch zu genießen. So einfach gehen die 5 (von Ärzten) empfohlenen Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Allein schon mit diesem Smoothie habt ihr zweieinhalb Portionen 😉 .

Smoothie
Ruckzuck fertig: der Gänseblümchen-Smoothie

Man sollte zwar keine Unmengen an Wildkräutern essen, doch immer wieder ein paar Blüten oder Blättchen dürfen es schon sein. Hier macht nicht die Menge den Unterschied, sondern die Häufigkeit …

Gänseblümchen

… als Heilpflanze

Schon Kräuterpfarrer Johann Künzle gab übrigens die Empfehlung ab, jedem Kindertee eine Prise Gänseblümchen beizufügen.

Da das Gänseblümchen Schleimstoffe enthält, eignet es sich auch als Hustenkraut. In diesem Fall den Tee am besten kalt ansetzen, da Hitze die Schleimstoffe zerstören würde. Den Ansatz einfach über Nacht stehen lassen, damit sich das Wasser mit den Inhaltsstoffen anreichert. Wenn man den Tee nicht kalt trinken möchte, kann man ihn leicht anwärmen und lauwarm genießen. Ich persönlich mische das dann gern mit anderen Kräutern wie Spitzwegerich, Thymian oder einer kleinen Kastanienblüte. (Von diesen Kräutern mache ich Heißauszug, lasse ihn leicht abkühlen und misch ihn dann mit dem kalten Gänseblümchen-Tee).

In der Volksmedizin kennt man weiters die Anwendungen zur Blutreinigung (das hat oft schöne klare Haut zur Folge), gegen Hautleiden wie Akne, Furunkel oder schlecht heilende Ekzeme. Auch hier kann man einfach einen Tee zubereiten. Da nicht unbedingt die Schleimstoffe benötigt werden, ist in diesem Fall durchaus ein Heißauszug machbar.

Einfach 2 Teelöffel frische Blüten (wenn getrocknete verwendet werden, reicht 1 Teelöffel) mit 1/4 Liter kochendem Wasser aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. 
3 Tassen täglich sollen den Stoffwechsel und die Entgiftung anregen. Allerdings wie bei allen Kräutern gilt: Die Dosis macht das Gift und kein Heilkraut ist zur Daueranwendung geeignet. Nach drei bis vier Wochen sollte man unbedingt einige Wochen pausieren.

Mit dem Tee kann man selbstverständlich auch Umschläge machen und für etwa zehn Minuten auf die betroffenen Hautstellen legen. 

Wichtiger Hinweis: Vorsicht ist angesagt, wenn man gegen Korbblütler allergisch ist, denn das Gänseblümchen kommt genau aus dieser Familie! Dann weder als Tee noch als Umschlag verwenden und natürlich auch nicht essen!!!

Zwar ist Bellis perennis – so der lateinische Name – so gut wie ganzjährig verfügbar. Ich sammle trotzdem im Frühling die Blütenköpfe und trockne sie für meinen Wintervorrat. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Kraft der Sonne in ihnen steckt und sie dadurch intensiver wirken. Aber das ist meine persönliche Meinung und vor allem mein Bauchgefühl.

Ein Herz für Gänseblümchen

Wetteranzeiger und Schlafmütze: Gänseblümchen

Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Gänseblümchen manchmal geschlossen bleiben? Ja tatsächlich! Sie sind nämlich auch sogenannte Wetteranzeiger. Denn wenn es morgens nicht ohnehin bereits regnet, sagen sie euch durch dieses Verhalten, dass es bald ziemlich nass wird. Übrigens – abends schließen sie sich und gehen „schlafen“, um morgens wieder fröhlich das Blütenköpfchen Richtung Sonne zu strecken.


Quellenverzeichnis:
„Die Kräuter in meinem Garten‘ – S.Hirsch & F. Grünberger / 19. Auflage, neu überarbeitet 2014 – Verlag Freya

https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/kraeuter-gewuerze/wildkraeuter/gaensebluemchen (26.4.2022)